Offener Brief der ersten Mannschaft zum letzten Spieltag:

Um 12:10 Uhr treffen wir uns voller Freude auf den Spieltag und machen uns auf den Weg nach Wierschem. Etwas mehr als eine Stunde Fahrt und eine Autopanne später sind wir trotzdem noch gut gelaunt und pünktlich zum Spiel FC Wierschem vs. SSG Etzbach da. Zu dieser Partie stellen wir das Schiedsgericht, aber heute möchte niemand freiwillig auf den Schiedsrichterbock. Grund dafür sind Erfahrungen aus vorherigen Spielen, bei denen es dem Schiedsgericht von Etzbacher Seite aus grundlos schwer gemacht wurde. Unsere Trainerin übernimmt die Verantwortung und bekommt, wie erwartet, von Beginn an deutlich ausfallende Bemerkungen von der Trainerbank zu spüren.

In einem Volleyballspiel müssen zwar kritische Entscheidungen getroffen werden, jedoch versucht man als Schiedsrichtergespann immer unparteiisch und fair zu handeln - was nicht leichter wird, wenn man ständig lautstark verbal angezweifelt wird - dennoch probiert man immer Ruhe zu bewahren und sein Bestes zu geben. Auch die Linienrichter kommen nicht davon und müssen sich aus nächster Nähe Standpauken anhören. Hier wäre längst eine gelbe Karte nötig gewesen, jedoch überlegt man sich einen solchen Schritt zweimal, vor Angst, dass alles noch mehr entartet. Schade, dass es soweit kommen muss. Etzbach gewinnt das Spiel mit 3:1, aber scheinbar war das nicht genug, denn wir bekommen die Drohung zu hören, dass wir "das gleich zurückbekommen" - bei unserem Spiel gegen Wierschem stellt nämlich Etzbach das Schiedsgericht. Wir versuchen uns nichts daraus zu machen und unser bestes Volleyball zu zeigen. Das gelingt uns in den ersten beiden Sätzen gut - wir gewinnen beide Sätze deutlich (25:21, 25:17) - jedoch wurden auch hier schon alle kritischen Entscheidungen auffällig gegen uns getroffen. Unsere Faustregel ist es seit einigen Saisons, uns in Schiedsrichterentscheidungen nicht einzumischen und sie hinzunehmen (immerhin gibt es pro Satz 25 Punkte zu holen - da wird es schon nicht an einem hängen). Doch heute geht es um deutlich mehr als ein/zwei Punkte pro Satz. Im dritten Satz summieren sich die Entscheidungen des Schiedsgerichts gegen uns: technische Fehler werden nun im Übermaß abgepfiffen, bei den Gegner kein einziger, der erste Schiedsrichter stellt sich über die Rückmeldungen seiner Linienrichter, … - grob gesagt: Fehler wurden gesucht. Das bringt das Fass auch bei uns dann mal zum Überlaufen. Nach der Aussage unserer Spielertrainerin „es ist einfach nur unfair“, sieht sie direkt die gelbe Karte ohne jegliche Vorwarnung. Obwohl wir beschließen die Aufregung ruhen zu lassen, ist die psychische Belastung nach diesem Spielverlauf kaum zu unterdrücken. Aus Angst davor, jede weitere Kleinigkeit könnte bestraft werden, geben wir das Spiel aus der Hand und verlieren mit 2:3. Dabei wollen wir noch einmal hervorheben, dass der FC Wierschem ab diesem Zeitpunkt stark aufgespielt hat und absolut nichts mit alldem zutun hat. Gratulation zum Sieg! Selbst dem FCW war die Situation während und nach dem Spiel bewusst, was uns in unserer Meinung weiterhin bestärkt. Betonen wollen wir an dieser Stelle auch, dass es uns keineswegs um die verlorenen zwei Punkte geht. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung haben wir es bisher mit viel Spaß am Spiel geschafft den momentan zweiten Tabellenplatz zu belegen. Als Aufsteiger in die Verbandsliga Nord war unser Saisonziel der Klassenerhalt, weshalb die Tabellensituation nicht im Vordergrund steht. Trotz allem sind wir der einzige ernsthafte Verfolger der SSG, was im Hinblick auf die gestrigen Vorfälle in Betracht gezogen werden sollte.
Um zum Ende zu kommen, wollen wir an alle Sportler, Mannschaftsverantwortliche, Schiedsrichter und Verbände appellieren, dass sportartübergreifend, vor allem im Amateurbereich, SPIELFREUDE und FAIR PLAY im Vordergrund stehen. Niemand sollte sich, egal ob nach einem Sieg oder einer Niederlage, die folgenden Tage und Nächte aufgrund ähnlicher Ereignisse, den Kopf zerbrechen müssen!

Eins steht fest: Wir, die Mädels vom SV Haag, halten zusammen!

 

Unsere zweite Mannschaft gewinnt in Gonzerath 3:0 dank einer überragenden Leistung!